EDNA-Beitrag zum DSAG-Jahreskongress 2008
Der Geschäftsführer der EDNA-Initiative bekam beim diesjährigen Kongress der DSAG (Deutschprachige SAP ®-Anwendergruppe) Gelegenheit, auf die Notwendigkeit von Prozessen für das
Miteinander im Energiemarkt
hinzuweisen. Dazu finden Sie hier die Dokumentation dieses Beitrages:
Anforderungen an die Marktkommunikation bei Strom und Gas
und nachfolgend einen ergänzenden Kommentar.
Kommentar zu derzeitigen Vorgehensweisen im Energiemarkt
Gegenwärtig sind die Rahmenbedingungen für eine qualitätssichernde Erstellung neuer Leistungsmerkmale für die vielfältigen Anforderungen im Energiemarkt denkbar ungeeignet. In der Vergangenheit durch "Wartestrategien" verlorene Zeit kann nun nicht durch extreme Hetze, oft genug überstürzt vorgegebenen Festlegungen (vorwiegend zu Nachrichtenformaten) und dem weitgehenden Verzicht auf qualitätssichernde Maßnahmen "gewonnen" werden. Selbst die inzwischen durchgeführten Konsultationen können nicht mit der notwendigen Sorgfalt "bedient" werden. Die parallele Beaufschlagung der Fachleute mit gleich mehreren Themen "nebeneinander" im Gas- und Strommarkt, bei der Erstellung der IT-Systeme für die Prozesse des Marktes, für die beginnende Standardisierung der Marktkommunikation, für die nun schon öfters notwendigen Anpassungen und Fehlerbehebungen sowie darüber hinaus mit weiterführenden Aufgaben, führt zu unhaltbaren Zuständen. Es muss hier verdeutlicht werden:
Die IT-Systeme können einfach nicht "rückwirkend" hergestellt werden, weil das Naturgesetz der Kausalität auch durch noch so intensive Wünsche und massive Forderungen nicht ausgehebelt werden kann.
Das derzeit nicht durchgeführte (weil nicht vorgeschriebene) Testen gegen eine online zugängliche Instanz, welche die einzuhaltenden Standards maschinell repräsentiert und die notwendigen Tests automatisiert abwickeln kann, verschärft den auf Dauer unhaltbaren Zustand im Energiemarkt. Die Einhaltung eines vorgegebenen Standards muss getestet werden können. Da der Marktbetrieb 24 h pro Tag und 7 Tage in der Woche funktionieren muss, sind solche Tests sogar auch bei auftretenden Störungen der Marktkommunikation sehr rasch und im Wortsinne "Not-wendig". Die vernetzten IT-Systeme der Marktbeteiligten mit allen ihren Fähigkeiten und denn damit erbrachten Dienstleistungen - von der EDNA-Initiative mit Energielogistik bezeichnet - müssen für den Marktbetrieb mit genau der selben Sorgfalt betrieben werden können, wie dies im Betrieb des Gas- und Stromnetzes inzwischen zur Selbstverständlichkeit "verkommen" ist.
Es muss auch die Frage gestellt werden, wie weiterführende Aufgaben, welche stabile interne Prozesse und auch eine genügend verlässlich funktionierende Marktkommunikation zwischen allen Teilnehmern des Energiemarktes voraussetzen, mit Erfolg bewältigt werden sollen. Die jetzige Vorgehensweise muss mit einem Aufsetzen einer Dachkonstruktion auf ein noch nicht existierendes Haus verglichen werden. Ein solches Vorgehen funktioniert beim Hausbau nicht - und bei der Erstellung von IT-Systemen eben auch nicht!
Es ist an der Zeit, dass die technisch erforderlichen Vorgehensweisen wieder den ihnen zukommenden Stellenwert erhalten. Zudem ist wünschenswert, dass die IT-Zulieferindustrie untereinander und mit allen anderen Marktkräften intensiv zusammenarbeitet, um die Rahmenbedingungen für ihr Wirken nutzbringend für die Marktteilnehmern geeignet gestalten zu können.
Gerne nehme ich Stellungnahmen zum Vortrag und zum obigen Kommentar entgegen. Die Vortragsdokumentation enthält die Mailadresse.
Dr. Franz Hein, EDNA-Initiative e.V.Erstellt am: 28.09.2008, 00:20. Letzte Änderung: 28.09.2008, 00:25