E-Risk Power Portfolio- und Risikomanagementsystem
Hersteller: EnDaNet GmbH
Mit der Anschaffung einer mandantenfähigen Software und dem intensiven Einstieg in das Stromhandelsthema hat die Wuppertaler Stadtwerke AG (WSW) den Grundstein für ihr „Regiokonzept“ gelegt, dessen Ziel ein Netzwerk auf verschiedenen Kooperationsfeldern ist. Es ermöglicht Partnern, mit WSW gemeinsam Strom zu beschaffen und Synergien zu nutzen. Aktuelle Partner sind die Stadtwerke Velbert und die EWR aus Remscheid.
Das Auslaufen bestehender Versorgungsverträge war Auslöser für die Stadtwerke
Wuppertal AG (WSW) und die Stadtwerke Velbert GmbH (SWV), die Strombeschaffung
auf den Prüfstand zu stellen: Die Vollversorgung „moderner Art“, auf Basis ganz
neuer Verträge, musste sich den Vergleich mit der strukturierten Beschaffung
gefallen lassen. Schlussendlich entschieden sich die Verantwortlichen für
Letztere. Nicht nur die Option auf bessere Preise machte Appetit auf eine
eigene, aktive Beschaffung, sondern auch die Tatsache, dass wertvolles Wissen im
eigenen Hause generiert und nutzbar gemacht werden kann. Denn „wie soll man
Großkunden mit Produkten bedienen können, die man nicht aus eigener Erfahrung
kennt“, sagt WSW-Energiehändler Norbert Eichhorn.
Diese Entscheidung zog
Einiges mit sich: Den Aufbau einer Gruppe von Mitarbeitern für
„Energiebeschaffung und Portfoliomanagement“, die heute sechs Mitarbeiter
umfasst, die Anschaffung von IT-Werkzeugen und den Aufbau von Know-how.
Eigentlich zu schade, das alles nur für die WSW und SWV alleine nutzbar zu
machen. Ziel ist es daher, weitere interessierte Stadtwerke für eine
Beschaffungs-Partnerschaft ‚auf Augenhöhe’ zu gewinnen, wie Energiehändler Niels
Janzik betont. „Von Anfang an stand fest, dass wir damit Synergien schaffen
wollen und die Vorteile einer gemeinsamen Beschaffung allen Partnern zugute
kommen sollen.“ Für eine faire Kostenverteilung sorgt die Umlage entsprechend
der jeweiligen Strombezugsmengen. Für den Beschaffungszeitraum 2005, der aktuell
bereits weitgehend abgeschlossen ist, ist die EWR GmbH aus Remscheid mit von der
Partie.
Die passende Basis für das Regiokonzept bildet eine
Software-Landschaft, die in Deutschland wohl einmalig ist. Geschaffen wurde sie
durch den Generalunternehmer, die VA TECH SAT GmbH aus Waltershausen und die
EnDaNet GmbH, Erfurt. Mit der Software EDM SAT PROPHET von VA TECH SAT und dem
Portfoliomanagementsystem E-Risk-POWER der Schweriner DACHS GmbH ergab sich ein
Konstrukt, das offen für Erweiterungen ist. Gegenüber dem Kunden traten die
Anbieter als Einheit auf: Für die Bezugsgemeinschaft war es praktisch ebenso,
als komme die Lösung aus einer Hand. Eichhorn berichtet, warum diese Kombination
schließlich zum Zuge kam: „Eine Lösung, die das Prognose-und Portfoliomanagement
zugleich abdeckt und unseren Wünschen entsprach, gab es nicht, und mit der
realisierten Kombination haben wir ein System, dessen Schnittstellen sauber
funktionieren.“ Kein Wunder: Für E-Risk-POWER hat EnDaNet den Vertrieb in
Deutschland vor zwei Jahren übernommen und das Produkt seitdem gemeinsam mit den
Softwareentwicklern der DACHS weiter entwickelt. Und das in jahrelanger
Zusammenarbeit entstandene übergreifende Knowhow der EnDaNet und der VA TECH SAT
hat sich in vielen realisierten Projekten schon ausgezahlt.
E-Risk-POWER hat
im Rahmen des Projektes deutlich an Funktionen zugelegt und wurde zudem fit für
den Betrieb durch unabhängige Anwender, die Regiopartner, gemacht. „Zu den neuen
Funktionen zählen unter anderem der Hourly Price Forward Curve Builder“, sagt
Tilo Eschrich von der EnDaNet. „Er erlaubt die preisliche Bewertung von
Lastgängen und Portfolios, wobei Kraftwerkskapazitäten oder Standard-und
Fahrplanprodukte einbezogen werden können.“ Das war speziell für die WSW ein
interessantes Kriterium, denn rund 900 GWh/a Strom werden in den beiden
Heizkraftwerken in Eigenregie erzeugt und vermarktet.
Neu hinzugekommen sind
außerdem das Abrechnungsmanagement und ein Modul zur Portfoliozerlegung und
-optimierung. Eschrich: „Die Portfoliozerlegung und -optimierung gestattet zum
Beispiel, diverse Einkaufskanäle einzubeziehen und Beschaffungsszenarien
aufzustellen. Die Szenarien können andere Strategien ausdrücken oder
Restriktionen berücksichtigen – unter anderem den Verzicht auf langfristige
Stromhandelsgeschäfte.“ Für die Regiopartner bedeutet das, unterschiedliche
Rahmenbedingungen simulieren zu können und sich auf Basis der Software für eine
Strategie zu entscheiden. So fällt es leichter, Geschäfte an der Strombörse EEX
zu bewerten oder die Offerten aus anderen Einkaufskanälen abzuschätzen.
Die
Anbindung von EDM SAT PROPHET an die SAP IS-U-Umgebung war Standard. Matthias
Sänger von VA TECH SAT: „Unsere Lösung für die Energieprognose und das
Bilanzkreismanagement deckte nahezu die Wünsche der Regiopartner ‚ab Werk’ ab.
Auch die geforderte Übernahme von Zeitreihen in den Formaten MSCONS oder CSV war
kein Problem. Und das Erstellen frei konfigurierbarer Schnittstellen zur
Übernahme von Marktdaten war mit geringem Aufwand geschehen. Was wir machen
mussten, war hauptsächlich die Konfiguration entsprechend der Kundenwünsche. Da
macht uns der modulare Aufbau der Software die Arbeit einfach.“
Die
Datenschnittstelle zu den Regiopartnern bildet E-Risk-POWER, zum Beispiel zu der
Stadtwerke Velbert, die mit den WSW zusammenarbeitet. Die Velberter Lastprognose
wird regelmäßig nach Wuppertal übermittelt und dort aggregiert. „Beim
Aggregieren“, so Janzik, „ergeben sich oft günstigere Konditionen, zum Beispiel
dass sich die Unterdeckung des einen Partners durch eine Überdeckung des anderen
kompensieren lässt.“
Seit Januar arbeiten Eichhorn, Janzik und ihre vier
Kollegen mit der Lösung – und das Team ist froh über seine IT-Ausstattung:
„Trotz des engen Zeitrahmens – wir haben den Auftrag ja erst im August
vergangenen Jahres erteilt – arbeitet die Software zu unserer Zufriedenheit. Mit
dem Auslaufen unserer Verträge zum Jahreswechsel konnten wir sofort in den
‚scharfen Betrieb’ wechseln“, lobt Eichhorn. Dass sich VA TECH SAT und EnDaNet
das Projekt geteilt haben, wurde kaum bemerkt; dass Folgeprojekte ins Haus
stehen, bestätigt die Zufriedenheit.
Als völlig richtig bestätigte sich die
Entscheidung der Wuppertaler Stadtwerke und der Stadtwerke Velbert, die
Vollversorgung fallen zu lassen. „Wir konnten in den wenigen Monaten schon
relativ viel Geld sparen“, sagt Eichhorn. „Wenn das so weiter geht, haben sich
die Investitionen in unsere IT-Lösung spätestens nach drei Jahren bezahlt
gemacht. Vom dem Know-how, das wir durch die aktive Beschaffung erwerben, ganz
zu schweigen.“
Die Regiopartner spielen derzeit mit dem Gedanken, das
Konzept von den Stadtwerken zu lösen. Eine eigenständige Gesellschaft
„Energiebeschaffung und Portfoliomanagement“ würde den Gedanken der
Partnerschaft auf Augenhöhe noch intensivieren. Als eigenständige Einheit
könnten neben der Beschaffung zum Beispiel auch Prognosedienstleistungen
angeboten werden. Eichhorn lädt andere Stadtwerke zum Mitmachen ein: „Uns
schwebt vor, eine starke Einkaufsmacht im Bergischen Land zu bündeln. Und die
kann umso effektiver agieren, je mehr Partner das Regiokonzept nutzen.“
((KASTEN))
EnDaNet und DACHS optimieren gemeinsam E-Risk POWER
E-Risk POWER ist eine umfassende Lösung für das Portfolio-und
Risikomanagement, mit der Anwender Beschaffungskosten und ihre Handelsmargen
optimieren können oder neue Absatzkanäle erschließen. Die Software beinhaltet
unter anderem Portfolioanalyse, die vertragliche Abwicklung, DayAhead-Trading
oder Markt-und Preisanalyse. Funktionen wie die Risikoanalyse, -bewertung oder
-controlling erlauben das Unterstützen der Aktivitäten; Anwendungen wie das
Verwalten der Stammdaten oder das Fahrplan-und Bilanzkreismanagement runden das
Spektrum ab. Vertrieben wird die Software der DACHS seit 2002 durch den Partner
EnDaNet in Erfurt. Als Besonderheit kann die Unterstützung des europäischen
grenzüberschreitenden Handels gelten.
Mit der Installation von E-Risk-POWER
bei der Stadtwerke Wuppertal AG haben Softwarehersteller DACHS und
Vertriebspartner EnDaNet wieder Wünsche aus der Praxis in Funktionen umgesetzt.
Neu sind der „Hourly Price Forward Curve Builder“ zur Bewertung von Lastgängen
und Portfolios und ein Modul zur Portfoliozerlegung und -optimierung. Im Rahmen
der Produktpflege kommen diese und weitere Module nun auch anderen Anwendern
zugute.
SAT PROPHET – ein umfassendes Werkzeug
Die VA TECH SAT stellt mit dem
Energiedatenmanagementsystem SAT PROPHET eine Lösung für die Geschäftsprozesse
im liberalisierten Energiemarkt zur Verfügung. SAT PROPHET zeichnet sich neben
der hohen Funktionalität durch die modulare IT-Struktur, einheitliche
Bedienkonzepte und eine tiefe Integration in bestehende Systeme aus. SAT PROPHET
ist eine Standardsoftware, die durch den modularen Aufbau an die
Geschäftsprozesse in den Bereichen Strom, Gas, Fernwärme und Wasser
kundenspezifisch angepasst werden kann. Hierbei wird insbesondere das Unbundling
für Netz und Vertrieb berücksichtigt. SAT PROPHET unterstützt den Anwender unter
anderem bei folgenden Aufgaben: Durchleitungs-und Netznutzungsmanagement,
Lieferantenwechsel, Bilanzkreis-und Fahrplanmanagement, Energiebeschaffung,
Erstellung von Last-und Bedarfsprognosen, Ertrags-und Kostenoptimierung für
Netz, Vertrieb und Handel.
| Unterstützte Rollen | EDNA-Qualitätssiegel |
|---|
Die in diesem Bereich hinterlegten Informationen beruhen auf Angaben der jeweiligen Hersteller. Die EDNA Initiative ist nicht verantwortlich für deren Richtigkeit und übernimmt hierfür keine Haftung. Angaben ohne Gewähr.